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1.
Das Psychophysiche Grundgesetz - Weber-Fechnersches Gesetz
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2. Vegetative Wirkung
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3. Auswirkungen akustischer
Reize
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4. Schlussbemerkung
und Quellennachweis
1. Das Psychophysiche Grundgesetz - Weber-Fechnersches Gesetz
Fechnersches Gesetz: von dem Physiker und Psychologen G. Th.
Fechner mathematishsche erfaßte Beziehung des Zusammenhangs zwischen
Reizintensität und Stärke der Sinnesempfindung.
Webersches Gesetz: erstmals von dem Anatomen und Physiologen
E. H. Weber beschrieben Beziehung zwischen Reizintensität und der
Wahrnehmung derReizunterschiede. Er formulierte, daß der eben
nich bemerkte Zuwachs an Intensität, des ein Reiz erhalten muß,
der Intensität des Ausgangsreizes proportional ist. Fechner überprüfte
das Gesetz und fand heraus, daß es nicht völlige Gültigkeit
besitzt. Nur in einem mittleren Intensitätsbereich erweist sich die
#beziehung zwischen Reizintensität und dem eben noch bemerkbaren Unterschied
als konstant. Das wird als WebrescheKonstante jeweils für die
verschiedenen Sinnesbereiche bezeichnet.
Verursacht ein Reiz der Intensität R (Schall od. Licht) eine Empfindung
der Intensität E(R), so bewirkt eine Zunahme von R der Reizintensität
eine umso geringere Zunahme der Empfindungsintensität
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*E = E(R + *R) - E(R) |
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Näherungsweise *E = a (*R/R) |
R*Ro |
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a...positive Konstante |
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Ro...Schwellenwert |
Man erhält E(R) = (a/R)Ý das Integral davon:
E(R) = a ln R + C
für R = Ro d.h.
E(Ro) = 0
0 = a ln Ro + C
C = -a ln RÝ
also E(R) = aln (R/Ro)
Da der Logarithmus sich nur wenig mit seinem Argument ändert, muß
man die Reizintensität erheblich verringern um die Empfindungsintensität
merklich zu senken. Im umgekehrten Fall, einer Verstärkung der Reizintensität,
tritt eine Sättigung auf. Es wird immer schwieriger die Empfindungsintensität
zu erhöhen.
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2. Vegetative Wirkung
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2.1Ý Auswirkung situativer und subjektiver Einflüsse
Grundsätzlich wird bei jeder Wahrnehmung zwischen auditiver und extraauraler
Schallwirkung unterschieden. Auditive Schallwirkung wird im Ohr ausgelöst
und steigert die Reaktionsbereitschaft der Skelettmuskulatur. Extraaurale
Schallwirkung wird erst nach einer primären Reizverarbeitung im Gehirn
wirksam und steigert die Erregbarkeit der Hirnrinde.
Subjektive Einflüsse sind auf Charaktereigenschaften bezogen:
Extrovertierte Personen haben eine raschere Ausbildung von Hemmungsfunktionen,
neigen also weniger als Introvertierte zu Konditionierbarkeit.sie ärgern
sich weniger über Lärm als intovertierte Personen, bei denen
es zu Denkhemmungen kommen kann.
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2.2 Auswirkung auf vegetative Vorgänge
Die Intensität der Wirkung hängt davon ab mir welchen subjektiven,
aktuellen Einstellung, welchem Engagement man zuhört.
Ist das Engagement groß, können vegetative Vorgänge
( Herzschlag, Blutdruck, Atmung ) zu maximalen Ausschlägen, wie sie
sonst bei schweren körperlichen Belastungen auftreten, führen.
Steht man der Musik kritisch, ästhetisch wertenden gegenüber,
bleiben die Kurvenbilder von Musik weitgehend unbeeinflußt. Analoges
gilt für Lärmeinwirkung bei einem Pegel unter 65bB. Darüberliegende
Pegel lassen keine physische Gewöhnung, auch keine Distanzierung mehr
zu.
Typische Reaktion auf Lärm ist eine Kontraktion der Blutgefäße
im präkapillaren Bereich, sowie eine Verminderung des Herzschlagvolumens
( = Senkung der Pulsfrequenz).
Bei Musik ( im Gegesatz zu Geräusch/Lärm ) gibt es Beziehungen
zwischen Veränderung der Atmung, Herztätigkeit, der elektrodermalen
Aktivität, sowie dem Muskeltonus zu bestimmten Passagen öin der
Musik ( Marschmusik regt Beinmuskulatur an, kontemplative Musik wirk auf
Stirnmuskulatur und Schultergürtel ). Überlaute Musik, wie sie
typischer weise in Rock- Pop- u. Technokonzerten auftritt bewirkt eine
Ausschüttung von Adrenalin, automatisches Entstehen von Aggression
und Streß, rauschhafte Zustände, eine Betäubung der Sinnesorgane,
sowie eine generelle Enthemmung vermittels intensivierter Körpervibration
und einer Erregung der Bauchregion.
Musikstücke weisen also eine Art "Organotropie" auf: einen gerichteten
Einfluß auf Atmung, Herz/Kreislauf und Muskulatur. Aus den Diagrammen
öder Testpersonen lassen sich allerdings nur die Intensitäten
der Reizwahrnehmung, nicht aber ihre Qualität ( positive oder negative
Reizbewertung ) ablesen.
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3. Auswirkungen akustischer
Reize Ý
3.1 Überblick
Jede Schallwahrnehmung hat eine mehr ider weniger spezifische Wirkun auf
den Menschen.
Abwechslungsreiche, komplexe Geräusche mit einem hohen Grad an
Verschiedenheit wirken anregend, geordnete Geräusche, die eine innere
Systematik erkennen lassen wirken beruhigend.
Schallwahrnehmungen haben immer auch eine Bedeutung: Geräusche
mit hohem Informationsgehalt aktivieren stärker als mit niedrigem,
auch die Orientierunsreaktion hält länger an.
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Informationsgehalt: Komplexe Musik, bei der man nicht im vorhinein
weiß was auf einen zukommt leitet viel Information d.h. der Zuhörer
weiß nachher mehr als vorher. Ein mittlerer Informationsgehalt wird
als ideal angesehen, wobei der situative Zustanddie Informationsverarbeitung
beeinflußt: Ÿrger. Streß und intellektuelle Tätigkeit
führen zu einr Bevorzugung einfache Reize.
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Orientierunsreaktion: Ungewöhnliche akustische Reize lösen
ausserhalb des Bewußtseins einen Mechanismus aus, der diesen Reiz
zu analysieren versucht. Eigenschaften von Reizen, die eine Orientierungsreaktion
auslösen sind: eine Veränderung dr Intensität und der zeitlichen
Struktur, der absolute oder relative "Neuheitsgrad" des Reizes, die Intensität
des Reizes ( bei hohen Lautstärken kommt es zu einer Verteidugungsreaktion
). Eine oftmalige Wiederholung des gleichen Reizes führt zur Habituation
Auch Frequenzspektrum und Tonhöhe wieken sich auf die psychoakustische
Wahrnehmung aus:
Ein breites Frequenzspektrum erhöht das Aktivierungspotential.
Hohe Töne werden bei gleicher Schallenergie als lauter gegenüber
tiefen empfunden; der höchste Ton in deiner Tonfolge hebt die aktivatorische
Potenz am meisten.
Die Wirkung von Musik läßt sich folgendermaßen einteilen:
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kognitiv ( auf die Aufmerksamkeit )
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emotional ( auf die Gehühle )
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physiologisch ( auf Sympatikus und Parasympatikus )
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motorische Wirkung
Die Parameter sind:
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Lautstärke ( ab 65dB unwillkürliche Blutdruckhebung, Steigerung
des Muskeltonus )
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Tempo ( Verminderung der Herzschlagfrequenz, z.B.: langsames Wiegenlied,
besonders beruhigend bei 72bpm )
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Rhythmus
Eine Aufgliederung der Lästigkeit von Lärm nach aufsteigendem
Rang
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Ein gleichmäßiges Grundgeräusch, das von einem hervortretendem
Geräusch überlagert wird.
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Geräusche mit hohen Frequenzanteilen wirken lästiger als tiefe
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Einzeltöne sind unangenehmer als Bandrauschen.
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Impulshafte Geräusche sind lästiger als 1-3.
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Impulse mit langsamer Abfolge sind lästiger als in schneller Folge.
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Eine Steigerung sind unregelmäßige Geräusche ( Eisenbahn
weniger unbehaglich als Verkehrslärm ).
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Wenn zu wechselnder Frequenz von Tonhöhe und Impulsen auch noch die
Amplitude wechselt.
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Wenn durch plötzlich auftretende Geräusche oder einen Knall eine
Schreckreaktion ausgelöst wird.
3.2 Bewußter Einsatz von Geräuschen am Beispiel der Gebrauchsmusik
für öffentliche Plätze
Funktionelle Musik:
Diese wird nur für den Zweck eingespielt aus dem Hintergrund nicht
hervorzutreten. Die Zusammenstellung der Titel richtet sich nach den Bedürfnissen
des Ortes: in Wartesäälen, Hotels, Flughäfen und Restaurants
wird "konservative Hintergrundmusik im unterschwelligen Bereich mit einschmeichelden,
melodischen Stücken in ruhigem Tempo und mit freundlicher Stimmung"
empfohlen. Für Supermärkte, Imbißstuben und Räume
in denen man sich bewegt wird lebhafte Musik vorgeschlagen, in beschwingtem,
mittlerem Tempo und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
Wirkung Funktioneller Musik:
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Umsatzsteigernd durch Erhöhung der Impulskäufe.
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Verbesserung der Kommunikation zwischen den Mitarbeitern, sowie zwischen
Personal und Kunden.
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Schaffung einer angenehmen Atmosphäre
15 Funktionen, die Kommerzstimmung erzeugen und Verkaufstimmulierend
wirken.
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Begleiteffekt: dem Bedürfnis Musik zu hören nachzukommen.
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Magneteffekt: laute Musik lenkt die Aufmerksamkeit zur Tonquelle.
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Überspieleffekt: kommerzstörende Faktoren werden gehemmt.
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Trägereffekt: steigert die Wirkung gesprochener Werbespots.
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Gestaltungseffekt: eine positive Atmosphäre schaffen.
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Assoziationseffekt: Musik fördert das alogische Denken; um- und vorbewußte
Interessen werden geweckt.
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Indentifikatinseffekt: Gefühle der Zusammengehörigkeit wecken.
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Integratinseffekt: die empfundene Sicherheit motiviert zu Tätigkeit.
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Stimmungsbeeinflussung: positive Stimmung zur Umwelt fördern.
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Harmonisierungseffekt: Kunden werden quasi hypnotisiert und zu unbedachten
Einkäufen verleitet.
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Verhaltensbeinflussung: Kunde wird zu Impulskäufen veranlaßt.
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Vertrauensgewinnung: erhöht das Selbstwertgehühl beim Kunden.
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soziale Einstellung: schafft freundliche Einstellung dem Kaufhaus gegenüber.Veränderung
der moralischen Einstellung: beim Kunden entsteht der negtive Eindruck
er würde manipuliert, was zu einer Zunahme der Ladendiebstähle
führt.
4. Schlussbemerkung und Quellennachweis
Es gibt keine wissenschaftlich fundierten Fakten, daß Musik sich
tatsächlich so auswirkt, aber es ist wahrscheinlich. In jedem Fall
aber führt Musik zu einer unspezifischen Aktivierung des gesamten
Organismus.
Quellennachweis:
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| M. Schäfer |
Klang und Krach: Eine Kulturgeschichte des Hörens |
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| A. Rudolf |
Akustik Design |
europ. Hochschulschriften - Peter LANG |
| Munch&Wooworth |
Akustik zwischen Physik und Psychologie |
Klett-Cotta 1981 |
| Oldenburger Kongress |
Beiträge zur Bedeutungslehre des Schalls |
Peter LANG 1984 |
| Ursula Dechene |
Psychologie |
Compact Verlag 1989 |
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