Emotionale Wirkung akustischer Wahrnehmung

Einleitung
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Welche Auswirkungen haben Klänge auf die Psyche des Menschen?Ý
Diese Frage stellt sich wahrscheinlich jeder Musiker irgendwann in seinem Leben. Eine erklärende Antwort würde vor allem Komponisten bei ihren oft mühsamen Entscheidungsfindungen helfen.
Die vorliegenden Seiten stellen den Weg dar, den ich in meiner Zeit am Lehrgang f. Computermusik und neue Medien auf meiner Suche nach der "Weltformel zur Generierung des schönen und guten Klangs" gegangen bin. Dabei war ich immer von dem Gedanken beseelt, daß wenn auch noch niemand diese Musik gemacht oder gehört hat bzw. auch davon berichtet hat, sie doch existieren kann. Auch die sehr trockenen, ernüchternden Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung konnten mich nicht vom Glauben an die, wenn auch noch so geringe, Chance der Existenz einer solchen Sphärenmusik  von der Kepler geträumt und die Hr. Alder in Schlafes Bruder gespielt hat, abbringen.

Gibt es allgemeingültige Maßstäbe bei der Rezeption von Klängen?
Ich ging davon aus, daß eines der wenigen Erlebnisse die alle Menschen sehr ähnlich Erleben die vorgeburtliche Phase ist.
Sollte es der Fall sein, daß Feten zur akustische Wahrnehmung im Uterus fähig sind, dann müsste sich auch eine Gedächtnisspur engrammiert haben, die durch einen geeigneten Impuls die gespeicherte Information freigibt.
Ich persönlich assoziire die Zeit im Mutterleib, auch wenn ich mich daran nicht bewußt erinnern kann,  mit sehr positivenÝSeinszuständen. Diese könnte man (wie Feud in das "Unbehagen in der Kultur") am ehehsten mit einem Ozeanischen Gefühl beschreiben - dem aufgehoben und aufgelöst sein und der Verbundenheit mit seiner Umwelt sowie einer Annulierung des Gefühls der Abgetrenntheit, der Einsamkeit und des Nicht-Eins-Seins seiner Selbst mit dem Universum. Musik als solche bietet ja auch im Normalfall schon eine sehr angenehme Annäherung an diesen Zustand, ich wollte aber noch einen Schritt weiter gehen indem ich im Experiment "Isolation-Projektion-Stimulation" im Isolationstank auch die Umgebungsparameter dem intrauterinen Milieu anglich.

Nachdem diese Experiment nicht die von mir erhofft umwerfende Wirkung zeitigte, begann ich mich mit profaneren Anwendungsgebieten
von Klängen, nämlich als Emotionsträger im Film zuzwenden.

Auch die Gebiete Rüstung und Sonification lagen auf meinem Weg, allerdings sind sie sehr karg mit Informationen bewachsen: Ersteres aufgrund strengster Geheimhaltung der militärischen Forschungsergebnisse über akustische Waffen von den Nazi bis zur NATO, letzteres wegen der jugendlichkeit des Sachgebietes.


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GLOSSAR

Psychophysik:
Die Psychophysik ist aus dem antiken Verständnis der Musik entstanden. Zusammenhänge zwischen physikalischen Reizen und physischem Empfinden sollen mit naturwissenschaftlichen Gesetzenbeschrieben werden. Den Untersuchungen lieft meist ein einfaches Reiz-Reaktions-Modell zugrunde: man nimmt an, daß physikalische Reize isomorph in die Psyche des Menschen abgebildet werden. Traditionelle Themen der Psychophysik sind die Grenzbereiche der Wahrnehmung in Tonhöhe, Lautstärke und Klangfarbe bzw. die Wahrnehmung von Proportionen zwischen zwei und mehreren Reizen. Die bedeutensten Vertreter der psychophysikalischen Forschung waren im 19.Jahrhundert Gustav Theodor Fechner (1801-1887), Hermann von Helmholtz (1821-1894), die Brüder Ernst (1795-1878) und Wilhelm Weber (1804-1891). Die empirische Forschung von Wilhelm Wundt steht in der Tradition von Helmholtz: Einzelne physikalische-akustische Reizstrukturen sind Auslöser von sinnlichen Erfahrungen. Aus ihnen entstehen Teilerlebnisse. Das Bewußtsein (auch für Musik ist aus diesen Teilerlebnissen zusammensetzbar (Elementpsychologie; Wundt, 1896, S. 56f und 112ff).
Psychophysik ist bis heute eine bedeutende Forschungsrichtung geblieben. Nach der Präzisierung der Weber-Fechnerschen Gestze 1938 durch Stevens ist jedoch in den letzten Jahrzehnten die Forschung überwiegend in den Bereich der Neurophysiologie bzw. der psychoakustik übergegangen.
Als musikpsychologischen Versuch im Sinne der Psychophysik kann man das Buch des Dirigenten Ernst Ansermet (1883-1969) sehen. Ansermet (1965) erklärt die Wahrnehmungsvorgänge für Musik zunächst mit logarithmischen Formeln. Dann ührt er jedoch aus, daß die Bewußtseinsphänomene, die in der Musik eine Rolle spielen, für ihn ein Schlüssen zur Erhellung von »Gotteserfahrung« seien. Ist der erst Teil seines Buches eindeutig von der Psychophysik Webers und Fechners beinflußt, so ist der zweite Teil zwischen christlichem Glauben und New-Age-Philosophie anzusiedeln.
Häufig werden die Begriffe Psychophysik und Psychophysiologie synomym gebraucht. Psychophysiologie beschreibt jedoch lediglich eine Vorgehensweise im Experiment. Mit Messungen physiologischer Größen wie Herzschlag, Blutdruck, Hautleitwiederstand und Gehirnströmen sollen Reaktionen erfaßt werden, die qualitative Aussagen über psychisches Empfinden zulassen.
Eine neuere Richtung psychologischer Forschung wird ebenfalls oft mit psychophysikalischer Forschung gleichgesetzt: Mit Ÿhnlichkeitsbeurteilungen und Reaktionsmessungen versucht man, Modelle der Repräsentation von Musik zu entwickeln (Krumhansl, 1991). Diese Forschung ist jedoch nur zum Teil als Psychophysik anzusehen.
(aus: Musikpsychologie; Bruhn, Örter, Rösing; Rohwolt Taschenbuch Verlag Gmbh. 1993)

Psychophysiologie:
Psychobiologie; Forschungsgebiet der experimentellen Psychologie, in dem nach den Zusammenhängen von physiologischen und psychologischen Reaktionen unter physikalischer Reizeinwirkung gefragt wird, z. B. bei Lärm. Sie findet Anwendung bei der Arbeitsplatzgestaltung, bei der Erforschung von Belastbarkeit unter Störfaktoren oder auch bei der Erprobung von Medikamenten.

Musikpsychologie:
Teilgebiet der allgemeinen Psychologie und der Musikwissenschaft, das sich bafaßt mit der Psychologie musikalischer Erlebnisse. Sie ist die Lehre vom Klangerlebnis und Klangbewußtsein. Auch die Frage nach musikalischer Begabung wird gestellt und die Anwendung von Lerngesetzen zur Erreichung bestimmter Musikalischer Lernziele.

Psychophysik:
Die klassische Psychophysik geht auf die psychologischen Anfänge des 19. Jarhunderts zurück, auf G. Th. Fechner (->Fechnersches Gesetz) und E. H. Weber (->Webersches Gesetz). Sie erforschte die Beziehung zwischen physikalischen Reizen ( Reizintensität, Reizqualität ) und die Wahrnehmung bzw. Beurteilung der Reize durch die Versuchsperson. Diese Beziehungen wurden auch matematisch formuliert (-> Potenzgesetz ). Mit diesen methodischen Ansätzen werden heute auch komplexere Wahrnehmungen untersuchet.

Psychovegetativ:
sowohl das vegetative Nervensystem als auch psychosche Vorgänge betreffend.
z. B.: vegetative Dystonie: Störung im zusammenspiel von ->Parasympathikus und -> Sympathikus, was gestörte Körperfunktionen zur Folge hat. Die Ursachen sind psychogener Art, da eine Wechselwirkung besteht zwischen psychischen Vorgängen ( Erleben ) und der Innervation des autonomen ->Nervensystems. F. Alexander verwendet dafür den Begriff vegetative Neurose. Aufgrund anhaltender oder periodisch wiederkehrender emotionaler Zustände entsteht ein erhöhtes physiologisches Erregungsniveau, das zur Organschädigung führen kann. Diese Störung muß vom Konversionssymptom unterschieden werden.
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Parasympathikus:
der besonders für die Entspannung und Erholung, ferner für das Verdauungssystem und die Sexualität zuständige Teil des vegatativen bzw. autonomen ->Nervensystems.

Sympathikus:
sympathisches Nervensystem; neben dem Parasympathikus der andere Hauptnerv des vegetativen -> Nervensystems, der bei Erregung auf schnelle Leistungssteigerung und Tätigkeit abziehlt. Er hemmt die Verdauung, Sexualfunktion und Regeneration des Organismus. Nach der sog. »Theorie des spezifischen Konflikts« von F. Alexander führen Sympathikusaktivierungen ( aktive, aggressive Strebungen der Auseinandersetzung und Konkurenz ), die nicht tatsächlich ausgelebt werden ( und sei es auch nur in Gesprächen ) zu spezifischen psychosomatischen Erkrankungen. Das nicht abgeführte erhöhte Erregungsniveau versetzt den Organismus in einen Spannungszustand, der im Zusammenhang mit der Entstehung von Migräne, Bluthochdruck, Hyperthyreose, Arthritis, Diabetes, Herzneurose ( Angstneurose ) stehen soll.

Nervensystems:
organische Grundlage für psychosche und physiche Vorgänge, zu unterscheiden sind das Zentralnervensystem ( mit dem Gehirn und dem Rückenmark ) und das periphere Nervensystem mit den vom Zentralnervensystem ableitenden motorischen ( efferenten ) Nervenbahnen für die Innervation der Muskeln ( damit der Bewegungskoordination ) und der Drüsen und den zum Zentralnervensystem hinleitenden sensorischen ( afferenten ) Nervenbahnen, die Informationen aus der Umwelt über die Sinnesorgane und solche der inneren Organe ab das Zentralnervensystem weitervermitteln. Zusätzlich unterscheidet man das vegerative N. vom animalen ( somatischen ). Letzteres regelt die Beziehung des Lebewesens zur Außenwelt. Das vegetative N. wird eingeteilt in das sympathische und das parasympathische das antagonistisch arbeitet. Grundsätzliche ist das vegetative N. für alle lebenswichtigen Vorgänge zuständig, wie Atmung, Kreislauf, Temperatur, Stoffwechsel, Verdauung, Drüsen usw.
Innervationen des Sympathikus förderndie Funktionen, die zur Aktivität, Leistungssteigerung, momentaner verstärkter Streßbewältigung, aber auch bei Freude notwendig sind. Dabei wird Glykogen ( Stärke ) der Leber abgebaut und zur Energiegewinnung bereitgestellt, die Atmung beschleunigt, die Herztätigkeit gesteigert, die Blutzirkulation erhöht, während siech die Blutgefäße verengen und die Herzkranzgefäße erweitern. Diejenigen Funktionen, die für die momentane Lebesbewältigung nicht nötig sind, wie Verdauung und Sexualfunktion, werdendurch den Sympathikus gebremst. Für Erholungsphasen, den Aufbeu und die Regeneration, damit für den Stoffwechsel ist der Parasympatikus zuständig, der im Ruhezustand aktiv wird. Die Atmung wird verlangsamt durch Verengung der Atemwege, ferner die Herztätigkeit; die Peristaltik des Darms wird angeregt und der Aufbau von Glykogen in der Leber ebenso. Wenn das Gleichgewicht zwischen diesen verschiedenen Aufgaben von Sympathikus und Parasympathikus gestört ist, kann es zu funktionellen Störungen kommen, einer erhöhten vegetativen Labilität, der sog. vegetativen Dystonie

Engramm:
Bezeichnug des deutschen Zoologen R. Semin für die Annahme, daß bei länger anhaltenden oder wiederholten Reizen Veränderungen im Gewebe des Nervensystems stattfinden, auch -> Bahnung genannt bzw. Gedächtnisspur. Bei erneutem Auftreten desselben Reizes oder eines ähnlichen wird diese Bahnung aktiviert und dieselbe Reaktion erfolgt. Manche Forscher sehen in den Engrammen die physiologische Grundlage für Gedächtnisvorgänge

Bahnung:
durch wiederholte auftretende gleichartige Reizung einer Nervenleitung wird nach und nach die Reizleitung verbessert. Man nimmt an, daßÝ die Nervenbahn zur Reizleitung bereiter wird ( durch Gewebsvernderungen ) und eine Leistungssteigerung erfolgt, d. h. bereits eingeübtes steht z.B. beim erneuten Erinnern schneler wieder zur verfügung. ->Erinnerung ->Gedächtnis

Erinnerung:
willentliches oder unwillkürliches Ins-Bewußtsein-Treten on Informationen.

Gedächtnis:
die Fähigkeit des Menschen, im Gehirn Informationen zu speichern (Einprägen) und wieder abzurufen (Erinnern). Es lassen sich drei »Gedächnisarten« unterscheiden: Das Ultrakurzzeitgedächnis (UZG) kann Informationen nur ca. 20 Sekunden aufbewahren. Das Kurzzeitgedächnis (KZG) speichert Informationen höchstens ein bis zwei Stunden; es kann auf chemischem Wege z.B. furch das Antibiotikum Puromycin, welches die Synthese der Ribonukleinsäure (RNS) blockiert, gehemmt werden. Das Langzeitgedächnis (LZG) übernimmt Informationen aus dem KZG, aber nur, wenn die Eiweißsynthese nicht behindert wird; es kann die Information unter Umständen lebenslang speichern. (Auswirkungen der behinderten Eiweißsynthese betreffen einmal ins LGZ aufgenommene Inhalte nicht mehr). Bei Zerstörung von Zellen der Großhirnrinde gehen nicht bestimmte Gedächnistinhalte verloren sondern das Gedächnis wird insgesamt unschärfer und ungenauer. Werden bestimmte Großhirnteile, der sog. Hippocampus, zerstört, können neue Informationen nicht mehr aufgenommen werden. Bewußte Gedächnisinahlte werden vor allem in der Großirnrinde gespeichert. Wie die Informationsspeicherung im einzelnen erfolgt, ist noch relativ unklar. Wahrscheinlich wird die Information aus verschiedenen Sinnesorganen durch Überlagerung (Interferenz)  gespeichert, z.B. durch Überlagerung von Geschehenem und Gehörtem, von Gelesenem und bereits Gewußtem, d.h. sind mehrer Sinne bei einem Lernstoff zugleich beteiligt, wird schneller gelernt. Wiederholungen machen den Gedächnisinhalt besser abrufbar. Aufmerksamkeit sondiert passende und störende Reize (Ebbinghaus-Gesetz). Beim Wiederholen werden wahrscheilich auch Eiwiße synthetisiert. Gedächtnisinhalte  können Wahrscheinlich auch mit der Erbsubstanz vererbt werden. eine Hypothese geht davon aus, daß besonders gut leitende Nervenverbindungen durch Wiederholung »eingeschliffen« werden (Bahnung) und so der Lernstoff leichter erinnert werden kann. Es gibt erhebliche individuelle Unterschiede hinsichtlich der Merkfähigkeit. Unterscheidungen können gemacht werden, dieeher Gehörtes besser behalten (ausitiver Gedächnistyp) und solchen, die eher Gesehenes besser behalten (optischer Gedächnistyp). Die höchst Aufnahmeschnelligkeit liegt im Schulalter, die höchste Aufnahmegenauigkeit liegt zwischen 20. und 25. Lebesjahr. Beides nimmt mit zunehmendem Alter ab.

Ebbinghaus-Gesetz:
Lernstoff der in seiner Menge nur geringfügig erhöht ist, bedarf wesentlich mehr Widerholungen, als gleichbleibender Lernstoff, um behalten zu werden.

Modellpsychose:
künstlich erzeugte Psychose, z.B. durch LSD oder ->Haluzinogene unter Kontrolle eines Psychoanalytikers in der Psychoanalyse mit dem Ziel, auf diesem Weg besser an unbewußte Inhalte heranzukommen.

Haluzinogene:
Psychotomometika, Psychodysleptika; sog. psychotrope Substanzen wirken auf das Zentralnervensystem und erzeugen psychische Veränderungen in Richtung einer Psychose. DAs Bewußtsein bleibt meist klat, im übrigen sind die Symptomeähnlich der einer Schizophrenie (Haluzinationen, Entfremdungserlebnisse, Delirien). Haluzinogene sind LSD, Mescalin, Haschisch, Psilocybin.