Gibt es allgemeingültige Maßstäbe bei der Rezeption
von Klängen?
Ich ging davon aus, daß eines der wenigen Erlebnisse die alle
Menschen sehr ähnlich Erleben die vorgeburtliche Phase ist.
Sollte es der Fall sein, daß Feten
zur akustische Wahrnehmung im Uterus fähig sind, dann müsste
sich auch eine Gedächtnisspur engrammiert
haben, die durch einen geeigneten Impuls die gespeicherte Information freigibt.
Ich persönlich assoziire die Zeit im Mutterleib, auch wenn ich
mich daran nicht bewußt erinnern kann, mit sehr positivenÝSeinszuständen.
Diese könnte man (wie Feud in das "Unbehagen in der Kultur") am ehehsten
mit einem Ozeanischen Gefühl beschreiben - dem aufgehoben und aufgelöst
sein und der Verbundenheit mit seiner Umwelt sowie einer Annulierung des
Gefühls der Abgetrenntheit, der Einsamkeit und des Nicht-Eins-Seins
seiner Selbst mit dem Universum. Musik als solche bietet ja auch im Normalfall
schon eine sehr angenehme Annäherung an diesen Zustand, ich wollte
aber noch einen Schritt weiter gehen indem ich im Experiment "Isolation-Projektion-Stimulation"
im Isolationstank auch die Umgebungsparameter dem intrauterinen Milieu
anglich.
Nachdem diese Experiment nicht die von mir erhofft umwerfende Wirkung
zeitigte, begann ich mich mit profaneren Anwendungsgebieten
von Klängen, nämlich als Emotionsträger
im Film zuzwenden.
Auch die Gebiete Rüstung und Sonification lagen auf meinem Weg,
allerdings sind sie sehr karg mit Informationen bewachsen: Ersteres aufgrund
strengster Geheimhaltung der militärischen Forschungsergebnisse über
akustische Waffen von den Nazi bis zur NATO, letzteres wegen der jugendlichkeit
des Sachgebietes.
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GLOSSAR
Psychophysik:
Die Psychophysik ist aus dem antiken Verständnis der Musik entstanden.
Zusammenhänge zwischen physikalischen Reizen und physischem Empfinden
sollen mit naturwissenschaftlichen Gesetzenbeschrieben werden. Den Untersuchungen
lieft meist ein einfaches Reiz-Reaktions-Modell zugrunde: man nimmt an,
daß physikalische Reize isomorph in die Psyche des Menschen abgebildet
werden. Traditionelle Themen der Psychophysik sind die Grenzbereiche der
Wahrnehmung in Tonhöhe, Lautstärke und Klangfarbe bzw. die Wahrnehmung
von Proportionen zwischen zwei und mehreren Reizen. Die bedeutensten Vertreter
der psychophysikalischen Forschung waren im 19.Jahrhundert Gustav Theodor
Fechner (1801-1887), Hermann von Helmholtz (1821-1894), die Brüder
Ernst (1795-1878) und Wilhelm Weber (1804-1891). Die empirische Forschung
von Wilhelm Wundt steht in der Tradition von Helmholtz: Einzelne physikalische-akustische
Reizstrukturen sind Auslöser von sinnlichen Erfahrungen. Aus ihnen
entstehen Teilerlebnisse. Das Bewußtsein (auch für Musik ist
aus diesen Teilerlebnissen zusammensetzbar (Elementpsychologie; Wundt,
1896, S. 56f und 112ff).
Psychophysik ist bis heute eine bedeutende Forschungsrichtung geblieben.
Nach der Präzisierung der Weber-Fechnerschen Gestze 1938 durch Stevens
ist jedoch in den letzten Jahrzehnten die Forschung überwiegend in
den Bereich der Neurophysiologie bzw. der psychoakustik übergegangen.
Als musikpsychologischen Versuch im Sinne der Psychophysik kann man
das Buch des Dirigenten Ernst Ansermet (1883-1969) sehen. Ansermet (1965)
erklärt die Wahrnehmungsvorgänge für Musik zunächst
mit logarithmischen Formeln. Dann ührt er jedoch aus, daß die
Bewußtseinsphänomene, die in der Musik eine Rolle spielen, für
ihn ein Schlüssen zur Erhellung von »Gotteserfahrung«
seien. Ist der erst Teil seines Buches eindeutig von der Psychophysik Webers
und Fechners beinflußt, so ist der zweite Teil zwischen christlichem
Glauben und New-Age-Philosophie anzusiedeln.
Häufig werden die Begriffe Psychophysik und Psychophysiologie
synomym gebraucht. Psychophysiologie beschreibt jedoch lediglich eine Vorgehensweise
im Experiment. Mit Messungen physiologischer Größen wie Herzschlag,
Blutdruck, Hautleitwiederstand und Gehirnströmen sollen Reaktionen
erfaßt werden, die qualitative Aussagen über psychisches Empfinden
zulassen.
Eine neuere Richtung psychologischer Forschung wird ebenfalls oft mit
psychophysikalischer Forschung gleichgesetzt: Mit Ÿhnlichkeitsbeurteilungen
und Reaktionsmessungen versucht man, Modelle der Repräsentation von
Musik zu entwickeln (Krumhansl, 1991). Diese Forschung ist jedoch nur zum
Teil als Psychophysik anzusehen.
(aus: Musikpsychologie; Bruhn, Örter, Rösing; Rohwolt Taschenbuch
Verlag Gmbh. 1993)
Psychophysiologie:
Psychobiologie; Forschungsgebiet der experimentellen Psychologie, in
dem nach den Zusammenhängen von physiologischen und psychologischen
Reaktionen unter physikalischer Reizeinwirkung gefragt wird, z. B. bei
Lärm. Sie findet Anwendung bei der Arbeitsplatzgestaltung,
bei der Erforschung von Belastbarkeit unter Störfaktoren oder
auch bei der Erprobung von Medikamenten.
Musikpsychologie:
Teilgebiet der allgemeinen Psychologie und der Musikwissenschaft, das
sich bafaßt mit der Psychologie musikalischer Erlebnisse. Sie ist
die Lehre vom Klangerlebnis und Klangbewußtsein. Auch die Frage nach
musikalischer Begabung wird gestellt und die Anwendung von Lerngesetzen
zur Erreichung bestimmter Musikalischer Lernziele.
Psychophysik:
Die klassische Psychophysik geht auf die psychologischen Anfänge
des 19. Jarhunderts zurück, auf G.
Th. Fechner (->Fechnersches Gesetz) und E. H. Weber (->Webersches Gesetz).
Sie erforschte die Beziehung zwischen physikalischen Reizen ( Reizintensität,
Reizqualität ) und die Wahrnehmung bzw. Beurteilung der Reize durch
die Versuchsperson. Diese Beziehungen wurden auch matematisch formuliert
(-> Potenzgesetz ). Mit diesen methodischen Ansätzen werden heute
auch komplexere Wahrnehmungen untersuchet.
Psychovegetativ:
sowohl das vegetative Nervensystem als auch psychosche Vorgänge
betreffend.
z. B.: vegetative Dystonie: Störung im zusammenspiel von ->Parasympathikus
und -> Sympathikus, was gestörte Körperfunktionen
zur Folge hat. Die Ursachen sind psychogener Art, da eine Wechselwirkung
besteht zwischen psychischen Vorgängen ( Erleben ) und der Innervation
des autonomen ->Nervensystems. F. Alexander verwendet dafür
den Begriff vegetative Neurose. Aufgrund anhaltender oder periodisch
wiederkehrender emotionaler Zustände entsteht ein erhöhtes
physiologisches Erregungsniveau, das zur Organschädigung führen
kann. Diese Störung muß vom Konversionssymptom unterschieden
werden.
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Parasympathikus:
der besonders für die Entspannung und Erholung, ferner für
das Verdauungssystem und die Sexualität zuständige Teil des vegatativen
bzw. autonomen ->Nervensystems.
Sympathikus:
sympathisches Nervensystem; neben dem Parasympathikus der andere Hauptnerv
des vegetativen -> Nervensystems, der bei Erregung auf schnelle Leistungssteigerung
und Tätigkeit abziehlt. Er hemmt die Verdauung, Sexualfunktion
und Regeneration des Organismus. Nach der sog. »Theorie des spezifischen
Konflikts« von F. Alexander führen Sympathikusaktivierungen
( aktive, aggressive Strebungen der Auseinandersetzung und Konkurenz ),
die nicht tatsächlich ausgelebt werden ( und sei es auch nur in Gesprächen
) zu spezifischen psychosomatischen Erkrankungen. Das nicht abgeführte
erhöhte Erregungsniveau versetzt den Organismus in einen Spannungszustand,
der im Zusammenhang mit der Entstehung von Migräne, Bluthochdruck,
Hyperthyreose, Arthritis, Diabetes, Herzneurose ( Angstneurose ) stehen
soll.
Nervensystems:
organische Grundlage für psychosche und physiche Vorgänge,
zu unterscheiden sind das Zentralnervensystem ( mit dem Gehirn und
dem Rückenmark ) und das periphere Nervensystem mit den vom
Zentralnervensystem ableitenden motorischen ( efferenten ) Nervenbahnen
für die Innervation der Muskeln ( damit der Bewegungskoordination
) und der Drüsen und den zum Zentralnervensystem hinleitenden sensorischen
( afferenten ) Nervenbahnen, die Informationen aus der Umwelt über
die Sinnesorgane und solche der inneren Organe ab das Zentralnervensystem
weitervermitteln. Zusätzlich unterscheidet man das vegerative N.
vom animalen ( somatischen ). Letzteres regelt die Beziehung des
Lebewesens zur Außenwelt. Das vegetative N. wird eingeteilt in das
sympathische und das parasympathische das antagonistisch arbeitet. Grundsätzliche
ist das vegetative N. für alle lebenswichtigen Vorgänge zuständig,
wie Atmung, Kreislauf, Temperatur, Stoffwechsel, Verdauung, Drüsen
usw.
Innervationen des Sympathikus förderndie Funktionen, die zur Aktivität,
Leistungssteigerung, momentaner verstärkter Streßbewältigung,
aber auch bei Freude notwendig sind. Dabei wird Glykogen ( Stärke
) der Leber abgebaut und zur Energiegewinnung bereitgestellt, die Atmung
beschleunigt, die Herztätigkeit gesteigert, die Blutzirkulation erhöht,
während siech die Blutgefäße verengen und die Herzkranzgefäße
erweitern. Diejenigen Funktionen, die für die momentane Lebesbewältigung
nicht nötig sind, wie Verdauung und Sexualfunktion, werdendurch den
Sympathikus gebremst. Für Erholungsphasen, den Aufbeu und die
Regeneration, damit für den Stoffwechsel ist der Parasympatikus
zuständig, der im Ruhezustand aktiv wird. Die Atmung wird verlangsamt
durch Verengung der Atemwege, ferner die Herztätigkeit; die Peristaltik
des Darms wird angeregt und der Aufbau von Glykogen in der Leber ebenso.
Wenn das Gleichgewicht zwischen diesen verschiedenen Aufgaben von Sympathikus
und Parasympathikus gestört ist, kann es zu funktionellen Störungen
kommen, einer erhöhten vegetativen Labilität, der sog. vegetativen
Dystonie
Engramm:
Bezeichnug des deutschen Zoologen R. Semin für die Annahme, daß
bei länger anhaltenden oder wiederholten Reizen Veränderungen
im Gewebe des Nervensystems stattfinden, auch -> Bahnung genannt
bzw. Gedächtnisspur. Bei erneutem Auftreten desselben Reizes
oder eines ähnlichen wird diese Bahnung aktiviert und dieselbe Reaktion
erfolgt. Manche Forscher sehen in den Engrammen die physiologische Grundlage
für Gedächtnisvorgänge
Bahnung:
durch wiederholte auftretende gleichartige Reizung einer Nervenleitung
wird nach und nach die Reizleitung verbessert. Man nimmt an, daßÝ
die Nervenbahn zur Reizleitung bereiter wird ( durch Gewebsvernderungen
) und eine Leistungssteigerung erfolgt, d. h. bereits eingeübtes steht
z.B. beim erneuten Erinnern schneler wieder zur verfügung. ->Erinnerung
->Gedächtnis
Erinnerung:
willentliches oder unwillkürliches Ins-Bewußtsein-Treten
on Informationen.
Gedächtnis:
die Fähigkeit des Menschen, im Gehirn Informationen zu speichern
(Einprägen) und wieder abzurufen (Erinnern). Es lassen sich drei »Gedächnisarten«
unterscheiden: Das Ultrakurzzeitgedächnis (UZG) kann Informationen
nur ca. 20 Sekunden aufbewahren. Das Kurzzeitgedächnis (KZG)
speichert Informationen höchstens ein bis zwei Stunden; es kann auf
chemischem Wege z.B. furch das Antibiotikum Puromycin, welches die Synthese
der Ribonukleinsäure (RNS) blockiert, gehemmt werden. Das Langzeitgedächnis
(LZG) übernimmt Informationen aus dem KZG, aber nur, wenn die Eiweißsynthese
nicht behindert wird; es kann die Information unter Umständen
lebenslang speichern. (Auswirkungen der behinderten Eiweißsynthese
betreffen einmal ins LGZ aufgenommene Inhalte nicht mehr). Bei Zerstörung
von Zellen der Großhirnrinde gehen nicht bestimmte Gedächnistinhalte
verloren sondern das Gedächnis wird insgesamt unschärfer und
ungenauer. Werden bestimmte Großhirnteile, der sog. Hippocampus,
zerstört, können neue Informationen nicht mehr aufgenommen werden.
Bewußte Gedächnisinahlte werden vor allem in der Großirnrinde
gespeichert. Wie die Informationsspeicherung im einzelnen erfolgt, ist
noch relativ unklar. Wahrscheinlich wird die Information aus verschiedenen
Sinnesorganen durch Überlagerung (Interferenz) gespeichert,
z.B. durch Überlagerung von Geschehenem und Gehörtem, von Gelesenem
und bereits Gewußtem, d.h. sind mehrer Sinne bei einem Lernstoff
zugleich beteiligt, wird schneller gelernt. Wiederholungen machen den
Gedächnisinhalt besser abrufbar. Aufmerksamkeit sondiert passende
und störende Reize (Ebbinghaus-Gesetz). Beim Wiederholen werden wahrscheilich
auch Eiwiße synthetisiert. Gedächtnisinhalte können
Wahrscheinlich auch mit der Erbsubstanz vererbt werden. eine Hypothese
geht davon aus, daß besonders gut leitende Nervenverbindungen durch
Wiederholung »eingeschliffen« werden (Bahnung) und so der Lernstoff
leichter erinnert werden kann. Es gibt erhebliche individuelle Unterschiede
hinsichtlich der Merkfähigkeit. Unterscheidungen können gemacht
werden, dieeher Gehörtes besser behalten (ausitiver Gedächnistyp)
und solchen, die eher Gesehenes besser behalten (optischer Gedächnistyp).
Die höchst Aufnahmeschnelligkeit liegt im Schulalter, die höchste
Aufnahmegenauigkeit liegt zwischen 20. und 25. Lebesjahr. Beides nimmt
mit zunehmendem Alter ab.
Ebbinghaus-Gesetz:
Lernstoff der in seiner Menge nur geringfügig erhöht ist,
bedarf wesentlich mehr Widerholungen, als gleichbleibender Lernstoff, um
behalten zu werden.
Modellpsychose:
künstlich erzeugte Psychose, z.B. durch LSD oder ->Haluzinogene
unter Kontrolle eines Psychoanalytikers in der Psychoanalyse mit dem Ziel,
auf diesem Weg besser an unbewußte Inhalte heranzukommen.
Haluzinogene:
Psychotomometika, Psychodysleptika; sog. psychotrope Substanzen wirken
auf das Zentralnervensystem und erzeugen psychische Veränderungen
in Richtung einer Psychose. DAs Bewußtsein bleibt meist klat, im
übrigen sind die Symptomeähnlich der einer Schizophrenie (Haluzinationen,
Entfremdungserlebnisse, Delirien). Haluzinogene sind LSD, Mescalin, Haschisch,
Psilocybin.